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http://www.merkur-online.de/nachrichten/kultur/kunstakt/art282,450199.html?fCMS=1bbfc9b4429e9867cccc0a8159c68dfa">http://www.merkur-online.de/nachrichten/kultur/kunstakt/art282,450199.html?fCMS=1bbfc9b4429e9867cccc0a8159c68dfa</A> Frivoler Etikettenschwindel Cecilia Bartoli mit "verbotenen Arien" aus dem Barock Wie wohl Joseph Ratzinger damals reagiert haette? Papst-Vorgaenger Clemens XI. jedenfalls fand die Oper gottlos, laesterlich, laestern und verbannte sie aus dem Oeffentlichen Leben. Mit dem Erfolg, dass die Komponisten genau dieselbe Musik wie vorher schrieben, sie nun aber, dank des biblischen Sujets, mit treuherzigem Augenaufschlag Oratorium nannten. Cecilia Bartoli, die mit ihren Beratern nur zu gern in Musikarchiven stoebert, ist der beste Beweis fuer diesen "Etikettenschwindel". Auf ihrer CD "Opera Proibita" singt sie Szenen und Arien von Handel, Scarlatti und Caldara. Und dies so kess und frivol, so laestern lockend und sinnlich-kantabel, dass Clemens' Miene wohl die Farbe seiner roten Schuhe angenommen haette. Zwei Temperamentsbuendel haben hier gemeinsame Sache gemacht: Dirigent Marc Minkowski, der seine Musiciens du Louvre/ Grenoble selten aus dem oberen Drehzahlbereich entlaesst, und die roemische Mezzosopranistin, die mit diesen Trouvaillen ihrem barocken Leib- und Magenrepertoire treu bleibt. Furioses wechselt sich ab mit Intimem, versonnen, wie selbstvergessen singt die Bartoli etwa Scarlattis "Mentre io godo", wenige Minuten spaeter brennt sie bei Handels "Un pensiero nemico di pace" ein Feuerwerk aus explodierenden Konsonanten und gestanzten Koloraturen ab. Einen Wettkampf mit der Trompete liefert sich la Bartoli in Scarlattis "Qui resta", um in Haendels "Disseratevi, o porte d'Averno" dem Hoerer Schwindelgefuehle zu bescheren. Dass sie auf den CD-Fotos wie weiland Anita Ekberg im Trevi-Brunnen badet ("La dolce vita"), zeugt vom Humor der Bartoli: die selbstironische, emotionssatte Antwort auf die Netrebko. |
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